Cornelia Frech ist spezalisiert als Rechtsanwältin  für die Opfervertretung bei Stalking und häuslicher Gewalt.

Täter und Opfer: Gewaltschutz – ein Thema für sich

Entgegen landläufiger Vorstellung ist Gewalt beileibe kein Thema bestimmter sozialer Schichten ganz im Gegenteil. Gewalttaten, auch die sich hinter verschlossenen Türen und innerhalb der Familie abspielen, kennen keinen gesellschaftlichen Status.

Der Gewaltbegriff des Gesetzes ist weit. Er umfasst  von der Körperverletzung bis hin zur Vergewaltigung auch die seelischen Grausamkeiten, die sich in psychischen Problemen bei Opfer zeigen, aber auch die Verfolgung, Belästigung und Nachstellung (auch Stalking genannt).

Wollen Sie als Gewaltopfer unsere Hilfe in Anspruch nehmen, sollten wir mit Ihnen die für Ihren Fall richtige Strategie erarbeiten, um für Sie (und Ihre Kinder) den besten Schutz zu erlangen. Sowohl wir Anwälte als auch unsere Mitarbeiter unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht. Niemand -und erst recht nicht der Täter-, wird von uns erfahren, dass Sie sich bei uns haben beraten lassen.

Scheuen Sie sich also nicht, einfach einen Rat einzuholen. Wir geben Ihnen Entscheidungshilfen an die Hand, in dem wir Ihnen erklären, welche Schutzmöglichkeiten Sie haben und wie es weiter gehen kann. Nach der Beratung können Sie auf dieser Grundlage in Ruhe überlegen, wie Sie weiter handeln wollen.

Wenn Sie mit dem Gewalttäter zusammenleben:
Hat es in Ihrem Fall bereits einen Polizeieinsatz gegeben und hat die Polizei den Täter aus der Wohnung weggewiesen, so darf der Täter nach zehn Tagen wieder zurückkommen. Wollen Sie, dass der Täter dauerhaft nicht mehr in die Wohnung zurückkehrt, so geht das nur, wenn das Gericht die Wegweisung bestätigt. Sie sollten schnellstmöglich mit uns Kontakt aufnehmen, damit wir für Sie innerhalb einer Zehn-Tage-Frist nach diesem Polizeieinsatz eine solche Gerichtsentscheidung beantragen können.

Wenn es Gewalt in Ihrer Beziehung gibt und Sie wollen, dass der Täter die Wohnung verlässt, so geht dies zwar unter bestimmten Voraussetzungen, aber Sie dürfen nicht einfach die Türschlösser wechseln und ihn aussperren. Der Täter kommt sofort mit einem Gerichtsbeschluss und mit Hilfe der Polizei wieder rein! Es muss auch hier ein Gerichtsbeschluss zur Wohnungszuweisung beantragt werden. Dieser sollte zeitnah zur letzten Gewaltanwendung beantragt werden. Wir helfen Ihnen, eine solche Gerichtsentscheidung zu beantragen und erklären Ihnen, wie es weiter geht.

Als Opfer können Sie auch dann eine solche Wegweisung beantragen, wenn sie spontan aus der Wohnung geflohen sind und sich z.B. in einem Frauenhaus aufhalten. Die Telefonnummern des Frauenhauses Herne oder der autonomen Frauenhäuser befinden sich hier. Als Opfer können Sie eine gemeinsame Wohnung auch dann zugewiesen bekommen, wenn der Täter allein den Mietvertrag unterschrieben hat oder allein Eigentümer der Wohnung ist.

Wenn Sie nicht mit dem Gewalttäter zusammenleben:
Sind Sie Opfer von Gewalt (Körperverletzung, andere Gesundheitsbeschädigungen, Freiheitberaubung oder ähnlichem) geworden und ist eine Fortsetzung dieser Gewalt zu befürchten - Sie werden mit Gewalt bedroht, verfolgt oder belästigt Sie jemand?

Über das Gewaltschutzgesetz können wir für Sie Gerichtsbeschlüsse erwirken, mit denen dem Täter verboten wird, sich Ihnen zu nähern, mit Ihnen zu telefonieren, Ihnen SMS zuschicken, vor Ihrer Wohnung oder Arbeitsstelle Ihnen aufzulauern. In einer individuellen Beratung besprechen wir, ob diese und /oder andere Schutzgebote sinnvoll und notwendig sind.
Wir helfen Ihnen, dieses im sogenannten Eilverfahren zu einem schnellen Schutz bei Gericht zu beantragen und begleiten die Vollstreckung der Anordnung gegenüber dem Täter. Auch bei der möglichen strafrechtlichen Verfolgung begleiten wir Sie (siehe Nebenklage/Opfervertretung).

Hat die Verfolgung und das Auflauern einen besonderen Schweregrad angenommen, so dass man von Stalking sprechen kann, ist besondere Vorsicht geboten. Aufgrund unserer Spezialisierung können wir Sie hier sicher begleiten (siehe Stalking).

Als Gründungsmitglied des seit Dezember 2000 aktiven „Runden Tisches gegen häusliche Gewalt“ der Stadt Herne arbeitet Rechtsanwältin Cornelia Frech eng mit Einrichtungen wie der Gleichstellungsstelle der Stadt Herne, den Frauenhäusern, der Beratungsstelle Schattenlicht e.V. der Polizei und dem Jugendamt zusammen. Mit der Landesinitative Stalking e.V. macht sie sich für weitere Vernetzungen der Berater zu diesem Problemkreis stark.