Bei Kill und Frech finden Sie einen kompetenden Rechtsanwalt bei Stalking, für die Nebenklage und Opfervertretung. Cornelia Frech ist Rechtsanwältin  für die Opfervertretung.

Angst und Schrecken: Endlich strafrechtliche Hilfe für Stalkingopfer

Stalking ist ein englischer Begriff, der im weitesten Sinne „Nachstellen“ bedeutet. Man versteht darunter Handlungsweisen, bei denen eine Person einer anderen nachstellt, auflauert oder in anderer Weise mit hoher Intensität Kontakt zu ihr sucht oder sogar in ihren Lebensbereich eingreift.
Von Stalking im juristischen Sinne spricht man, wenn ansonsten harmlos scheinende Handlungsweisen zu unzumutbaren Beeinträchtigungen bei den Betroffenen führen und/oder die Betroffenen sogar zur Veränderung ihrer Lebensumstände und Verhaltensweisen zwingen.
Seit das Stalkinggesetz (neuer § 238 StGB) das unbefugte und beharrliche Nachstellen und Belästigen anderer Menschen endlich unter Strafe stellt, ist die Verfolgung von Stalking in einem umfassenderen Ausmaß als bisher möglich und kann bereits zu einem früheren Zeitpunkt ansetzen. Im Gegensatz zu früher muss heute keine Verletzung, keine gefährliche Drohung oder ein ähnlicher Straftatbestand mehr vorliegen, um eine strafgerichtliche Verfolgung zu ermöglichen. Vorliegen müssen eine widerrechtliche beharrliche Verfolgung sowie eine unzumutbare Beeinträchtigung der Lebensführung.

Typische Stalkinghandlungen sind:

• 83,8 % Telefonanrufe
• 66,1 % Herumtreiben in der Nähe
• 61,5 % Kontaktaufnahme durch Dritte
• 53 % Frage nach dem Opfer im Umfeld des Opfers
• 52,1 % SMS
• 48,6 % Briefe
• 42,3 % Nachstellen/Auflauern/Hinterhergehen
(Quelle: Wondrak, in: Julia Bettermann / Moetje Feenders • Stalking • Verlag für Polizeiwissenschaft, 2004)

Typisch, zumindest für den Beginn einer Stalkinghandlung ist, dass der Stalker sein Opfer in der Regel nicht körperlich angreift und auch keine sexuelle Straftat begeht. Die durchschnittliche Stalkingdauer liegt bei 28 Monaten. In immerhin 39 Prozent der Fälle kommt es später zu Gewaltanwendungen wie Herumschubsen, Festhalten, Schlagen, Würgen, auch zum Einsatz von Waffen und in einigen
Fällen zu Totschlag oder Mord.

Die Auswirkungen auf die Stalkingopfer sind fatal:

Auch bei Stalkinghandlungen, die keine körperlichen Angriffe darstellen, treten beim Opfer aufgrund der lang und häufig ausgeübten Stalkinghandlungen oft depressive Erkrankungen, posttraumatische Störungen und Angstzustände auf:
• Zwei Drittel der Opfer haben Schlafstörungen und Albträume.
• 92 % der Opfer haben während der Verfolgung Angst und verfallen in panikartige Zustände. Angstfrei sind nach beendetem Stalking höchstens neun Prozent der Opfer.
• 23 % der Opfer sind wegen des Stalkings immer wieder krankgeschrieben, die Fehlzeiten betragen dabei durchschnittlich 61 Arbeitstage.
• Die Opfer ändern ihren Lebensstil: Sie vermeiden bestimmte Orte, gehen weniger aus, treffen Sicherungsmaßnahmen vor dem Ausgehen, gehen z. B. nur mit Freunden oder nur bei Tageslicht vor die Tür.
• Die Opfer werden im Verlauf des Stalkings immer ängstlicher und schreckhafter.
• Posttraumatische Störungen treten auf, Erkrankungen also, die in der Regel nur schwerste Unglücksfälle auslösen: Suizidgedanken oder -versuche, Depressionen und Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit und Aggressivität, starkes Misstrauen gegenüber anderen Menschen, sozialer Rückzug, Abkapselung, Umzug und Arbeitsplatzwechsel

Hilfe bei Stalking durch den Rechtsanwalt

Wenn Sie selbst Opfer einer Stalkinghandlung sind, wenden Sie sich vertrauensvoll an uns. Rechtsanwältin Cornelia Frech ist als Gründerin und erste Vorsitzende der 2008 ins Leben gerufenen Landesinitiative Stalking NRW e. V. ausgewiesene Rechtsexpertin für Stalkingopfer. Ebenfalls Mitglied in der Landesinitiative Stalking NRW e.V. ist Rechtsanwältin Anna Kruse, die Sie im Bereich Stalking und Gewaltschutz umfassend und mit Einfühlungsvermögen berät.

Der Verein ist ein Zusammenschluss von Vertretern der Staatsanwaltschaft und von Justizbehörden, Rechtsanwälten, Polizisten, Therapeuten, Medizinern, Mitgliedern von Opferverbänden und Selbsthilfegruppen. Ziel der in dieser Form bundesweit einzigartigen Initiative ist es, die Situation der von Stalking betroffenen Frauen und Männer in NRW zu verbessern. Seine zentrale Aufgabe sieht der Verein in der Information und Aufklärung der Öffentlichkeit über die Ursachen, die Auswirkungen und die Prävention von Stalking. Zudem organisiert der Verein fachliche Fortbildung und baut eine aktuelle Informationsplattform für Ratsuchende im Internet auf.


Nützliche Adressen für Stalkingopfer in Herne und Umgebung

Opferschutzbeauftragte der Kreispolizei Herne/Bochum
Uhlandstraße 35
44791 Bochum
Telefon 0234 9094059

Gleichstellungsstelle der Stadt Herne
Berliner Platz 5
44623 Herne
Telefon 02323 16-2208, -2236, -2205

Frauenhaus Herne
Telefon 02325 49875

Telefonseelsorge
Telefon 0800 1110111

Das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen
Tel. 08000116016

Weisser Ring
Außenstelle Herne
Ringstraße 82 a
Telefon 02323 944335
www.weisser-ring.de

Schattenlicht Beratungs- und Kontaktstelle für Frauen und Mädchen e. V.
Albert-Klein-Straße 1
44628 Herne
Telefon 02323 981198

Beratungsstelle für Migrantinnen
Overwegstraße 31
44625 Herne
Telefon 02323 9949719


Empfehlenswerte Internetadressen

Auf der Webseite der Polizei NRW finden Sie Verhaltenstipps bei Bedrohungssituationen und Gewaltdrohungen.

www.liebeswahn.de hält nützliche Verhaltenstipps für Stalkingopfer und gute Links bereit.

Die Internet-Plattform www.stalkingforum.de dient dem Austausch und der Beratung von Stalking Betroffener und nennt auch regionale Anlaufstellen für Opfer.

www.stalking-info.net bietet vor allem hilfreiche Links für weitere Recherche und Information.

Die Homepage der Arbeitsgruppe Stalking der Technischen Universität Darmstadt informiert aus Forschung und Praxis, gibt zahlreiche Hilfestellungen und eine umfangreiche Adressenliste.

Auf der Webseite der Autonomen Frauenhäuser finden Sie die Telefonnummern aller Frauenhäuser in NRW.

Das Zentralinstitut für seelische Gesundheit bietet hilfreiche Informationen zur Vorbeugung, Behandlung und Rehabilitation seelischer Erkrankungen.

Die Internetseite der Landesinitiative Stalking NRW e.V. geben viele Fachleute aus unterschiedlichen Berufsgruppen wertvolle Tipps und Informationen zum Thema Stalking.

Mit der Homepage www.hilfetelefon.de bieten qualifizierte Beraterinnen anonyme, vertrauliche, barrierefreie und auch mehrsprachige Erstberatung, Informationen und die Weitervermittlung an Anlaufstellen vor Ort an. Das Hilfetelefon ist kostenfrei und rund um die Uhr erreichbar.


Informationen für Stalkingberater

„Stalking: Grenzenlose Belästigung. Eine Handreichung für die Praxis“ ist unter www.bmj.de beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhältlich.

Das „Infoblatt Stalking“ aus dem Programm Polizeiliche Kriminalprävention können Sie unter www.polizei-beratung.de anfordern.


Literatur zum Thema Stalking

Harald Dreßling / Peter Gass • Stalking! • Verlag Hans Huber, Bern, 2005
Umfassender Überblick über den aktuellen Forschungsstand, Vorstellung medizinischer und psychologischer Folgen von Stalking, therapeutischer Interventionsmöglichkeiten sowie Tätertypologien.

Jens Hoffmann • Stalking • Springer Verlag, Heidelberg, 2005
Aktuelles, umfangreiches Fachbuch. Der theoretische Hintergrund wird anhand psychologischer Studien der Bindungsforschung, der Psychoanalyse und von Lerntheorien erörtert und durch anschauliche Darstellungen der Tätertypologie und des Stalkingmanagements ergänzt.

Julia Bettermann / Moetje Feenders • Stalking • Verlag für Polizeiwissenschaft, Frankfurt, 2004
Beiträge aus der Psychologie, Justiz, Kriminalwissenschaft und Opferhilfe.

Andrea Weiß / Heidi Winter: Stalking und häusliche Gewalt • Lambertus-Verlag, Freiburg, 2005
Interdisziplinäre Beiträge unterschiedlicher Autoren zu allen Teilbereichen des Problems.

Gavin de Becker • Mut zur Angst • Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt, 1999
„Alle Frauen sollten dieses Buch lesen. Es bietet lebensrettende Informationen und ist hervorragend geschrieben. Es ist bei weitem das beste Buch, das ich zum Thema Gewalt gelesen habe ….“ (Theresa Saldana, Schauspielerin und Gründerin von „Victims for Victims“)

Hans Georg W. Voß / Jens Hoffmann / Isabel Wondrak • Stalking in Deutschland • Nomos Verlag, 2006
Zusammenfassung der aktuellen Stalkingstudie der TU Darmstadt mit den neuesten Zahlen für Deutschland, erstellt in Zusammenarbeit mit dem Weissen Ring.

Jens Hoffmann / Hans Georg W. Voß • Psychologie des Stalkings • Verlag für Polizeiwissenschaft, 2006/2007
Analyse der unterschiedlichsten Aspekte des Phänomens mit vielen Informationen über die Täter, ihre psychischen Störungen, Fehlentwicklungen und Typologien sowie eventuelle Interventionen.